Autoversicherung über Facebook – Konzept offenbar gescheitert

Gerade erst wurde Facebook wieder kritisiert, dass es Hassbotschaften nicht löscht und einen Algorithmus entwickelt hat, der wohl auch Donald Trump auf den US-Präsidentenstuhl gehoben hat. Meinungsbildung im Internet ist eine Sache, die inzwischen sehr viele Verbraucher und auch weite Teile der Politik als sehr kritisch ansehen. Gerade in dieser Phase preschte aber eine Versicherungsgesellschaft aus Großbritannien vor und wollte ihre Kunden in Bezug über die Autoversicherung über ihr Verhalten bzw. ihre Posts auf Facebook einstufen – nach dem Motto: Wer sich gewählt ausdrückt und keinen großen Quatsch auf Facebook postet, der soll ein vorsichtiger Autofahrer sein und bekommt niedrige Beiträge garantiert. Ein Vorhaben, das aber offenbar schon gescheitert ist bevor es begonnen hat. Denn zu diesem Zwecke wollte die Versicherungsgesellschaft auf Facebook Profile durchsuchen. Doch selbst Facebook fand das nicht besonders toll.

Foto: Andreas Hermsdorf  / pixelio.de
Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de


Persönlichkeitsfaktor

Mit dem Tarif bot die britische Autoversicherung einen Tarif an, bei dem die Versicherungsstufe vom Nutzungsverhalten des Kunden bei Facebook beeinflusst wird. Wer den Tarif wählt, der muss der Versicherung natürlich erst einmal die Erlaubnis erteilen, dass diese das eigene Facebook-Profil scannen kann. Dort sollte nach Anzeichen für eine Persönlichkeit gesucht werden, welche eine sichere Fahrweise versprechen. Untersucht werden dabei nicht nur Beiträge, sondern auch Likes. Förderlich wären bei den Kommentaren dabei kurze, prägnante Sätzen. Auch die Nutzung von Ausrufezeichen könnte einen schlechten Eindruck in diesem Fall hinterlassen. Mit der üblichen Facebook-Nutzung wird man dabei aber kaum einen Bonus erhalten.

Facebook soll Zugang schon gesperrt haben

Nach eigenen Angaben will und soll die Versicherung aber keinen permanenten Zugriff auf die Facebook-Daten erhalten. Es soll nur für eine Momentaufnahme reichen dürfen. Doch Facebook findet das Vorhaben gar nicht gut und hat dem Unternehmen den Zugang zu Facebook-Profilen inzwischen gesperrt. Der Grund: Diese Praktiken verstoßen gegen die Richtlinien des sozialen Netzwerks. Und damit ist das Versicherungskonzept wohl offenbar schon gescheitert. Die Kunden sollten sich zudem auch einmal fragen, welcher Sinn dahinter steckt, wenn eine Versicherung das Facebook Verhalten bewertet. So etwas wie einen derartigen Verhaltensfaktor rechnen Versicherungen zwar ein. Doch ob sich so etwas auch über das Verhalten in Facebook ablesen lässt, ist mehr als fraglich!