Tourismus in Thailand – wichtig, aber nicht unersetzbar

Während andere Länder in Südostasien lange damit zu kämpfen hatten, dass sie erst einmal die Bürgerkriegsfolgen einigermaßen verkraften konnten bevor sie Touristen ins Land holten, hatte man bei Thailand Reisen keine derartigen Probleme. Denn das alte Siam stand nie unter kolonialem Einfluss und musste auch keinen Bürgerkrieg erdulden, anders als seine Nachbarn Vietnam, Laos und Kambodscha. Allerdings blieb auch Thailand nicht wirklich komplett von den Folgen der Territorialkriege in Südostasien verschont. Denn nach Thailand kamen schon sehr früh in den 1950er und 1960er Jahre viele amerikanische Soldaten, um sich für einige Tage bei ihrem Fronturlaub in Thailand zu erholen und sich diesen Aufenthalt auch zu versüßen – mit Prostituierten. Findige Geschäftsleute vor allem in Pattaya erkannten die Bedürfnisse der GIs recht schnell und führten Thailand damit aber in einen Tourismusboom, der eigentlich nie so gewollt war – die Thailand Ferien war geboren!

Foto: Katharina Wieland Müller  / pixelio.de
Foto: Katharina Wieland Müller / pixelio.de


Bereinigung des Images

Denn schon allein mit dem dortigen Glauben – dem Buddhismus – war und ist Sextourismus nicht vereinbar. Die Situation änderte sich aber mit dem Endes des Vietnam-Krieges Mitte der 1970er Jahre, wobei Thailand aber nach wie vor das Schmuddel-Image anhing. Mit der Zeit aber geriet der Sextourismus, auch durch Maßnahmen der Regierung, in Vergessenheit bzw. in den Hintergrund. Denn es gelang eigentlich recht gut den Familienurlaub in Thailand zu fördern. Und zwar durch den entsprechenden Ausbau der touristischen Infrastruktur an den Stränden und der Errichtung von entsprechend familienfreundlichen Hotels mit großen Zimmern.

Westlicher Lebensstandard und das Lächeln

Dabei gehört Thailand zu den wenigen asiatischen Ländern, in denen es den Menschen nicht schwer fällt ihr berühmtes Lächeln beizubehalten und gleichzeitig trotz der Staatsreligion Buddhismus und dessen Regeln und Sitten auch den westlichen Lebensstil zu akzeptieren und auch teils zu praktizieren. Zu verdanken ist dies dem heutigen König von Thailand, einem Nachfahren von König Mongut, der in der Mitte des 19. Jahrhunderts seine Kinder (darunter auch den Vater des heutigen Königs) von einer englischen Gouvernante erziehen und unterrichten ließ. Der heutige König selbst wird von seinen Untertanen stark verehrt. Man trägt gerne die Farbe Gelb – die Farbe des thailändischen Königs. Diese Verehrung ist auch für die Touristen überall gegenwärtig.