Wirtschaft der Malediven

Jeder, der Ferien Malediven bucht, der sollte einiges über dieses Land wissen. Zunächst einmal: Die Malediven sind ein muslimisch geprägtes Land, wobei die Regierung hier durch ihr Tourismuskonzept von Beginn an versucht hat die Kulturen getrennt zu halten. Das heißt man richtete Touristeninseln ein und Einheimischen-Inseln. Auf den Einheimischen-Inseln haben die Touristen nichts zu suchen und umgekehrt auch nicht. Allerdings gab man in den letzten Jahren ein bisschen Grünes Licht dafür, dass die Touristen am Tag über auch einige ausgewählte Einheimischen-Inseln betreten dürfen, eben um den Touristen zu zeigen, wie man auf den Malediven lebt. Dieses Angebot wird auch rege wahrgenommen. Die Einheimischen müssen aber auch wenn sie auf den Touristeninseln arbeiten, als Koch, Zimmermädchen, Poolboy etc., die Inseln nach getaner Arbeit wieder verlassen und dürfen nicht über Nacht bleiben. Das Konzept hat sich auf den Malediven bisher bewährt. Es kommen viele Touristen auf die Inseln und bringen natürlich auch reichlich Devisen mit.

Foto: H. Hoppe  / pixelio.de
Foto: H. Hoppe / pixelio.de

Störfaktoren beim Tourismus

Die Malediven sind allerdings ein Inselstaat, in dem es auch häufig innenpolitische Spannungen gibt. Auch dies stört die Einnahmen aus dem Tourismus inzwischen erheblich. Und dann ist da die Bedrohung durch die IS, die sich versucht auch auf den Malediven festzusetzen. Es gibt aber auch naturbedingte Störfaktoren, die dem Tourismus in den letzten Jahren stark geschadet haben. 2004 wurden die Malediven vom Tsunami getroffen und die touristische Infrastruktur auf vielen der Touristeninseln stark beschädigt. Doch auch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise ab Ende 2008 ist ein Störfaktor, der auch den Tourismus auf den Malediven traf. Die Besucherzahlen stiegen allerdings ab 2010 wieder an. Rund 800.000 Touristen kommen jährlich auf die Malediven.

Sonstige Wirtschaftseinnahmen

Bodenschätze haben die Malediven nicht. Eine weitere wichtige Einnahmequelle für die Malediven neben dem Tourismus ist daher der Export von Agrarprodukten, wie Maniok und Kokosnüssen sowie Süßkartoffeln. Dabei sind die Einwohner der Malediven auch sehr gut in der Lage sich selbst zu versorgen. Sie bauen Hirse an und fangen Fische, insbesondere Thunfisch und Bonito. Es müssen aber auch sehr viele Lebensmittel importiert werden – vornehmlich aus Indien. Hierbei handelt es sich um Reis und um Brennstoffe sowie Bau- und Industriewaren.